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Denn sie wissen nicht warum sie es tun

Warum haben Sie sich verliebt? Danach befragt antworten die meisten von uns mit erstaunlich ähnlichen Gründen: tolle Gespräche, ähnliche Interessen, gutes Aussehen usw. usf. Aber sind das wirklich die wahren Gründe, warum wir uns verliebt haben? Wohl kaum, denn ansonsten wäre das Verlieben eine ziemlich austauschbare, ja beliebige Sache. Der Punkt ist: wir wissen nur wenig darüber, was uns wirklich antreibt.
An dieser Stelle wollen wir zu diesem spannenden Thema auf einen klassischen Artikel der Psychologie verweisen: “Telling More Than We Can Know: Verbal Reports on Mental processes” von Richard Nisbett und Timothy Wilson. In diesem hochgradig spannenden Artikel aus dem Jahr 1977 (!) beschreiben die beiden Psychologen anhand vieler Experimente, wie wenig Menschen über die wahren Gründe ihres eigenen Tuns wissen. Das Interessante dabei: trotzdem geben wir immer Gründe für unser Tun an – auch wenn diese wenig mit der Realität zu tun haben. Für das Marketing bzw. die Marketingforschung ist das ein Problem. Wenn wir Probanden befragen, warum sie diese oder jene Marke kaufen oder diesen oder jenen Werbespot gut finden, kriegen wir immer eine Antwort. Nur hat diese Antwort nicht zwingend etwas mit den wahren Beweggründen zu tun.
Wer sich für dieses Thema interessiert findet in dem aktuellen Buch von Timothy Wilson “Strangers to Ourselves” eine Fülle von Antworten. Wilson, einer der weltweit führenden Psychologen, zeigt die wichtige Rolle des “adaptiven Unbewussten” (adaptive unconscious), also des Autopiloten im Kopf, der den Grossteil unseres Verhaltens steuert.
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